Web2.0Expo – Europe: Keynote JP Rangaswami

Oktober 24, 2008 at 5:03 pm Hinterlasse einen Kommentar

Am letzten Tag der Web2.0Expo – Europe in Berlin gab es gestern noch eine ganz besonders interessante Keynote von JP Rangaswami. Schon der Titel machte neugierig: „Web2.0 vs. the water cooler – How Web2.0 has changed the way we communicate at work“. Das „has“ deutet bereits darauf hin: es ging vor allem um die seiner Meinung nach bereits eingetretenen Veränderungen, was eine willkommene Abwechslung vom ansonsten verbreiteten „Vorhersagen“ war.

Die erste Kernthese war dann auch gleich ziemlich überraschend für mich und deutlich formuliert: Unternehmen werden den Schritt zum „Enterprise2.0“ vollziehen MÜSSEN, völlig unabhängig davon, ob Entscheider das gut finden oder nicht, denn die nachkommende nächste Generation wird diese Veränderung unaufhaltsam mit sich bringen und das gleich aus zwei „Richtungen“. Zum Einen nutzt die „Net Generation“ bereits völlig selbstverständlich und unbefangen (Micro)Blogging, Wikis, Social Bookmarking, Instant Messaging usw. Ihnen die Nutzung dieser Tools im Businessumfeld zu untersagen, würde sie nicht nur erheblich in der gewohnten Kommunikation beschneiden und somit ineffizienter machen, sondern käme in etwa der Situation gleich, der „Babyboomer“ – Generation allmorgendlich am Firmeneingang das Handy abzunehmen und den Mailaccount zu sperren.
… was uns direkt zu seinem zweiten Argument bringt: die Unternehmen, die für sich diesen kulturellen Wandel nicht vollziehen können, werden den „war for talents“ verlieren und somit letztenendes der Konkurenz unterliegen.

Darüber hinaus wird sich die Unternehmenskommunikation zukünftig immer schwerer kontrollieren lassen und mehr nach „außen dringen“. In social media, die diese „Öffnung“ zur sinnvollen Nutzung voraussetzen, sieht Rangaswami allerdings vielmehr große Chance als Bedrohung und argumentiert auch hier auf zwei Ebenen: zum Einen wird es durch eine direktere Kommunikation über die Unternehmensgrenzen hinweg immer mehr möglich, in zahlreiche „Feedbackschleifen“ zu gehen, sei es mit (potentiellen) Kunden, anderen Mitarbeitern, Zulieferen, Freelancern usw. und somit sehr direkt und kostengünstig Vorschläge zur Produktverbesserung u.Ä. zu erhalten. Zum Anderen kommen „aufgeklärte“, informierte Konsumenten faulen Marketingversprechen im Netz dank einer stetig wachsenden Community innerhalb von Sekunden auf die Schliche, was zu mehr Ehrlichkeit und Transparenz seitens der Unternehmenskommunikation führen MUSS, will man nicht bei Gatekeepern wie Google nur noch Negativ-Rezensionen vorfinden.

Nach einem eingeschobenen Überblick zur Funktionsweise von Netzwerkstrukturen beleuchtete Rangaswami die daraus stattfindende Entstehung unzähliger neuer Geschäftsfelder und Berufe.
Als Beispiel nannte er die Fotografie: die analoge Fotografie war langwieriger, für den Laien ungleich schwieriger, teurer und zeitaufwändiger, sei es nun in der Entwicklung, Nachbestellung, Betrachtung der Bilder, Vergrößerungen usw. und es ging immer „nur“ um das Bild, also ohne jegliche Metadaten. Die digitale Fotografie ermöglicht hier eine große finanzielle und zeitliche Ersparnis und reichert den eigentlichen Content, das Bild an sich, mit zahlreichen Metadaten wie Geotags, Datum der Aufnahme, Informationen zu Kameramodell, Linse usw. an. Somit erhöht sich der „Wert“ eines digital vorliegenden Bildes, da damit immer mehr möglich wird, was völlig neue Businessfelder eröffnet. Man denke nur an Flickr, Spreadshirt, Die Einbindung zum Beispiel in Google Maps, die Nutzung in Blogs und Social Networks uvm. Und durch Communitys und Netzwerke werden einzelne Bilder immer „wertvoller“. Das tagen bekannter Personen auf einem Bild bei Facebook, Kommentare, Bewertungen und Hinweise usw. Es entsteht Kommunikation um den Content herum, die wiederum selbst digital abgebildet und somit weiterverwertbar ist.

Dieses Muster überträgt Rangaswami auf allen digitalen Content, seien es Bilder, Videos, Texte, Adressbucheinträge, Kalenderdaten, Emailadressen usw. Sie alle können, die entsprechenden Tools vorausgesetzt, aggregiert, neu angeordnet und miteinander in Verbindung gesetzt werden und somit einen Mehrwert generieren, aus dem die unterschiedlichsten Geschäftsfelder entstanden sind und zukünftig vermehrt entstehen werden.

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Mitarbeiter 2.0 Email vs. Social Media oder die „Last“ Email

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