Auf „Erhellendes zu Plattformen“ …

September 17, 2007 at 5:19 pm Hinterlasse einen Kommentar

… bin ich heute im Blog von Marc Andreessen, dem Gruender von Netscape und NING, gestossen. Fuer ihn zaehlen „Plattformen“ zu einem der heissesten und zentralsten Internetthemen ueberhaupt. Er arbeitet den Begriff „Plattform“ sehr systematisch auf zeigt dabei, wohin die Reise in den kommenden Jahren gehen koennte. Eigentlich der ideale Eroeffnungsbeitrag fuer nseren SCOPE Trend: Plattformen. Danke!

Mein weitere Dank geht an Rene Seifert, der fuer den elab-Blog von Holtzbrinck schreibt, und Marc Andreessens Beitrag bereits in Deutsche gebracht hat und obendrein noch sehr sinnvoll kommentiert. So kann ich mir eine weitere Zusammenfassung sparen ….

Andreessen teil Plattformen in drei Kategorien auf, wobei die unteren Ebenen meist als Teilmengen in den darauf folgenden Übermengen aufgehen. Insofern auch eine schöne Logik für den an nach Reinheit im Denken lechzenden Über-Nerd.

  • Plattformen Ebene 1 (Zugangs-API): Solche die reine APIs anbieten, die man über eng definierte „Calls“ via SOAP oder REST-Protokolle von einer exernen Applikation anspricht und wo Daten zwischen den beiden Applikationen ausgetauscht werden. Das Nutzungserlebnis auf der eigentlichen Plattform bleibt davon vollkommen unbeinflusst. Beispiel: eBay, Paypal, Flickr.
  • Plattform Ebene 2 (Plug-In APIs): Hier passiert wesentlich mehr als nur ein Datenaustausch, das Nutzungserlebnis auf der Plattform selbst verändert sich. In der Desktop-Welt z.B. wenn ein Nutzer aus freien Stücken eine Plug-In für Firefox installiert. Firefox ist dabei die Plattform, weil sie es Entwicklern ermöglicht Module zu schreiben, die sich bildhaft gesprochen zusammenstecken lassen und so einen tieferen Integrationsgrad als Ebene 1 darstellen. In der Online-Welt – und auch heute kommen wir nicht an unserem neuesten Lieblingsthema vorbei – lautet das Paradebeispiel: Facebook. Allerdings, was mir bis vor kurzem durch die Lappen gegangen war: Die Applikationen werden nicht bei Facebook, sondern wiederum auf der Infrastruktur-Umgebung der Urheber entwickelt und vor allem gehostet. Problem: Wenn diese Applikationen beliebt werden, ergeben sich bei der Skalierug schnell massive Performance-Ausfälle, wie Surj Patel ausführlich schreibt.
  • Plattformen Ebene 3 (Runtime-Umgebung): Der Code wird direkt in der Runtime der Plattform geschrieben und ausgeführt. Der Klassiker von dem, was wir sein Jahrzehnten auf unserem Desktop von Microsoft gewöhnt sind, wenn wir ein Programm installieren bzw. damit herummachen. Oder für die, die’s können, auch Programme schreiben. Die Plattform und das Programm laufen auf der gleichen Infrastruktur-Umgebung. Im Internet gibt es ein paar ersten Beispiele: Das o.g. Ning, als eine Abstraktionsebene für Social Networks, die durch das Coden direkt auf der Plattform ein Höchstmaß an Anpassung zulässt. Salesforce, die CRM-„Software as a Service“ ein anderes. Und Amazons neueste Infrastrukturlösung EC2 sogar als eine weitere Abstraktionesebene für frei skalierbare und bedarfgerechte Anpassung von reiner Rechnerleistung „in the cloud„.

Wie erwähnt sind die drei Ebenen nicht ausschließlich, sondern Plug-In APIs (Ebene 1) haben oft sogar als Voraussetzung Zugangs-APIs (Ebene 2) im Kasten usw. Was bringt diese Aufteilung nun für den Unternehmer? Ich denke eine Menge. Wenn ich in einen Dienst investiere, will ich mir der Abhängigkeit bewusst sein, an der wohl und wehe meiner Arbeit klebt. Bei Ebene 1 (Zugangs-APIs) wird es schnell ungeil, wenn der Dienst sicht plötzlich entscheidet, keine APIs mehr anzubieten, wie es z.B. Google mit seinen Such-APIs getan hat. Die gleiche Frage wird John Battelle auch Facebook-Gründer und CEO Mark Zuckerberg auf dem Web 2.0 Summit Mitte Oktober in San Francisco stellen.

Dem gegenüber wird Ning als Plattform irgendwann kaum mehr von seinen Anwendungen zu unterscheiden sein bzw. die Anwendungen und Ning gemeinsam bilden die sich ständig fortentwickelnde Plattform. Und Andreessen hat recht, wenn er uns hier erst ganz am Anfang einer sehr viel fundementaleren Veränderung sieht, die auf Ebene 3 neue Geschäftsmodelle zulässt. Beispielsweise Code per Copy-and-Paste für schnelle Anpassungen zu teilen – auch gegen Bezahlung.

Auch wenn nach Andreessens Definition Facebook „erst“ auf der 2. Entwicklungsstufe angesiedelt ist, so wird mir nach seinem Posting immer klarer, warum der Hype um den Laden nicht übertrieben ist. Für das Unternehmen ist es sicher ein leichtes, bald auch auf Ebene 3 vorzustoßen um dort einen de facto Standard für Anwendungen im Internet zu etablieren, an dem man nicht mehr nicht vorbeikommen wird. Wie weiland bei Microsoft. Würde mich nicht wundern wenn Facebook bei Microsoft, die das Internet schlichtweg verpennt haben, deswegen ganz oben auf der Einkaufs-Wunschtraum-Liste steht.

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