Game Based Learning

September 8, 2007 at 4:31 pm 1 Kommentar

Auf der Medienwoche vor 8 Tagen hatte ich Gelegenheit mit Axel von Maydell von den Morgen-Studios in Berlin ueber das o.g. Thema zu sprechen. Herr vom Maydell wird moeglicherweise an der AG game based learning bei der SCOPE_07 teilnehmen. Hier 2 der wesentlichen Fragen:

Was koennen Entwickler von Lernprogrammen von Spieleentwicklern lernen und umgekehrt?

Spieleentwickler beschäftigen sich vornehmlich mit der „Stickyness“ einer Applikation. Sie entwickeln stimmige Welten und Atmosphären, um den User aus dem Alltag mit auf eine Reise zu nehmen. Es zählt weniger die Abarbeitung eines vorgegebenen Kurrikulums, sondern es zählt Spaß, Erlebnis und Spannung. Der Umfang der zu lösenden Aufgaben richtet sich also nach dem Bedürfnis der Kunden, nicht nach dem Briefing des Auftraggebers, oder des Publishers. Es ist wahrscheinlich, dass die Erfahrung, die aus der Notwendigkeit zu Unterhalten gewonnen wurde, für die Entwicklung von Lernprogrammen sinnvoll und hilfreich sein kann. Selbstverständlich spielt Motivation auch für Lernprogramme eine wesentliche Rolle und so mag es eine zusätzliche Triebfeder für den Lernenden sein, wenn sich seine Lernfortschritte in Form von Sternen, Punkten, Items und/oder Fähigkeiten positiv die Ausprägung seines Community-Avartars auswirken würde. Sofort wäre für jeden erkennbar, dass der erfolgreich Lernende besonders ausgestattet und somit „mächtiger“ ist, als der gescheiterte, oder faule Konkurrent. Das direkte Nebeneinander, sowie die schonungslose Darstellung von Erfolg mag ein probates Mittel sein, um im Rahmen der ein, oder anderen (Lern-) Gemeinschaft Motivation zu schüren.

Umgekehrt spielt gerade im Bereich des Kids-Entertainment die didaktische Qualität eines Games eine wichtige Rolle. „Was hat mein Kind davon?“ ist eine nicht selten gestellt Frage und selbstverständlich ist die Antwort „Wissen!“ extrem schlagkräftig. Trotzdem muss man die erste Welle der Kinderspiele mit dem vordergründigen Ziel zu Wissen zu vermitteln, für gescheitert erklären. Vielleicht waren diese Produkte zu früh am Markt, um wirklich auf breites Interesse zu stoßen, vielleicht geht die Rechnung aber nicht auf, das „spielerisch gelernt“ werden kann. Hier können Spielentwickler sicher von den didaktischen Erfahrungen von Lernprogrammentwicklern profitieren. Die Zusammenarbeit dieser beiden Ausrichtungen erscheint sinnvoll, ist aber sehr von dem anzustrebenden Produkt abhängig.

Eignen sich Spieleplattformen/-engines als Lernplattformen?

Ja, sie eignen sich dazu. Trotzdem muss klar untersucht werden, welche Lerninhalte zu vermitteln sind. Da sich viele Gameengines um Themen wie Wettbewerb, Kommunikation, Miteinander und um die Erstellung unterschiedlicher Charakterprofile von Usern drehen, kann gerade in diesem Segment mit Synergien gerechnet werden. Das Erstellen von Userprofilen kann Unternehmen dabei helfen zu erkennen, welches Potential in den welchem Mitarbeiter steckt. Es können gruppendynamische Prozesse angestoßen und gesteuert werden, es können kulturelle Brücken geschlagen werden und es können Teams effektiver gebildet werden, da sich die durch Test erzeugten Userprofile optimal zu- und einordnen lassen. Die Synergien sind vielfältig, jedoch sollte Gameplay und Lernziel sensibel aufeinander abgestimmt sein.

—————————

Axel von Maydell, 1963 in Hamburg geboren, studierte Bildhauerei am Pratt Institute in New York sowie Industriedesign an der UdK, Berlin und am Pratt Institute in New York. 2003 gründete er mit einem Partner Achim Gustavus die Morgen Studios (46 Mitarbeitern in Berlin und in Potsdam Babelsberg). Verlagerung der Produktion nach Bulgarien (30 Mitarbeiter). Kunden: SonyBMG, Random House, Klett, Cornelsen, Westermann, Eidos, Bertelsmann, Kiddinx AG, (…).

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Enterprise 2.0 – Work in Progress Informelles Lernen

1 Kommentar Add your own

  • 1. Taumel  |  Juli 29, 2008 um 7:43 pm

    Schön und gut gegenüber den Kinder, jedoch nutzt Morgen-Studios junge Arbeitskräfte nach Strich und Pfaden aus.

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