Surfer, Jäger und Sammler
September 24, 2007
Einen interessanten Charakterzug des Surfers weist die Kinsey-Studie “What consumers want from online news” hin, wobei ich praktischerweise auf einen Blog-Beitrag in off-the-record zurückgreifen kann (”Hauptsache easy“):
“Gute Nachrichten für Verlage: In Sachen Online-News haben sie noch nicht alle Aktien verbrannt. Denn Leser wollen laut einer US-Studie von McKinsey ihre Nachrichten online vor allem easy und convenient präsentiert bekommen. Die weniger angenehme Interpretation: Je besser Google News wird, desto einfacher wird es für den Leser gleich dort zu bleiben. Unter diesem Blickwinkel ist nämlich auch ein weiteres Ergebnis der Studie nicht zwingend positiv: Es fehlt an der Markentreue. Bis zu 16 Online-Quellen pro Wochen sind beim Leser eher die Regel als die Ausnahme.” Bei dieser Frequenz - und angesichts der zahlreichen Webseiten, die er sonst noch Tag für Tag anklickt - tauchen eine Menge Fragen auf, so zum Beispiel:
Sind Surfer die moderne Variante des archetypischen Jägers und Sammlers? Die im Gegensatz zu den sesshaften Bauern ihre Aufmerksamkeit stets auf die Peripherie richten (weil dort jederzeit ein Wild oder ein Raubtier auftauchen kann)?
Und wäre dann thematisch zielgerichtetes, aber scheinbar planloses Surfen die ultimative Form des informellen Lernens? Wobei die modernen Jäger statt fetter Beute schlanke Gadgets mitbringen? Die sie als Mashups im Browser zwischenlagern und für schlechte Zeiten horten können? Und wie könnte man das firmeneigene Intranet 3.0 nach dem Vorbild fruchtbarer Jagdgründe gestalten? Surfen, pardon: lernen, das süchtig macht?
Entry Filed under: Informelles Lernen, Intranet, Medien. .


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